Indigener Naturschutz

 

Etwa 25% der globalen Landmasse wird auch heute noch von indigenen Völkern bewohnt. In diesen Gebieten findet man jedoch ca. 80% der weltweiten Artenvielfalt, was die enorme Wichtigkeit indigener Völker als Bewahrer der Biodiversität zeigt. Rechnet man zu den Indigenen die vielen, oft kleinen, lokalen Dorfgemeinschaften hinzu, kommt man sogar auf 50% der globalen Landfläche.

 

Diese Menschen leben seit vielen Generationen auf ihrem Land, manchmal seit Jahrtausenden. Sie haben dieses Land über alle diese Zeit erhalten und meist auch nachhaltig bewirtschaftet. Sie sind oft der Grund, dass es diese paradiesisch anmutenden Wildnis-Gebiete heute noch gibt. Denn die Idee menschenleerer Wildnis ist fast immer eine Illusion.

 

Dennoch werden indigene Völker auch heute noch, oft auch im Namen des Naturschutzes, vertrieben, um Nationalparks und andere Schutzgebiete zu schaffen, die dann menschenleer und möglichst unberührt erscheinen sollen. Nicht selten zum Schaden ganzer Ökosysteme, die ohne die über viele Generationen pflegenden Eingriffe der indigenen Gemeinschaften ökologisch verarmen oder gar kollabieren.

 

Es gibt heute weltweit etwa 130 Millionen Menschen, meist indigenen Ursprungs oder aus lokalen Gemeinschaften, die aus Naturschutzgründen vertrieben oder zwangsumgesiedelt wurden.

 

Wir setzen uns ein für lokale Dorfgemeinschaften, ihre Landrechte und das Recht, ihr Land selbst zu schützen. Besonders fördern wir indigene Naturschutzprojekte, die heute immer häufiger entstehen und der Weltöffentlichkeit zeigen, dass indigene Gemeinschaften durchaus in der Lage sind, eigenverantwortlich Naturschutz auch nach westlichen Standards zu betreiben und dabei gleichzeitig ihr Land extensiv zu bewirtschaften und ihre Kultur und Identität zu bewahren. Was Jahrhunderte oder länger funktioniert hat, kann guten Gewissens als nachhaltig bezeichnet werden und verdient unsere Anerkennung und Unterstützung, vielleicht mehr als jedes kurzfristig entwickelte Naturschutz- oder Nachhaltigkeitsmodell.